Majesty of the Seas (Schiff, 1992)

Majesty of the Seas auf Reede vor Coco Cay
Det Norske Veritas
IMO-Nr. 8819512
Die Majesty of the Seas ist ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Royal Caribbean International. Sie gehört zur Sovereign-Klasse und führt die Flagge der Bahamas.
Das 1992 gebaute Schiff ist mit 74.077 BRZ vermessen. Es ist 268,32 Meter lang und 32,2 Meter breit. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 19 Knoten. An Bord haben 2744 Passagiere Platz, um die sich 827 Besatzungsmitglieder kümmern.
Im Januar 2014 erkrankten 69 Personen an Bord des Schiffes an einem Magen-Darm-Virus, darunter zwei Besatzungsmitglieder.
Im November 2014 wurde bekannt, dass die Majesty of the Seas ab 2016 als Majesty für Pullmantur Cruises eingesetzt werden würde. Vorher erfolgt im Mai 2016 noch ein Werftaufenthalt. Sie sollte im südamerikanischen Raum fahren. Im Juli 2015 wurde allerdings entschieden, dass Schiff aufgrund der großen Nachfrage weiterhin bei RCI einzusetzen. Stattdessen soll die Majesty of the Seas erst im Jahr 2017 zu Pullmantur Cruises wechseln.

„Quantum“-Klasse: Anthem of the Seas | Ovation of the Seas | Quantum of the Seas
„Freedom“-Klasse: Freedom of the Seas | Independence of the Seas | Liberty of the Seas
„Oasis“-Klasse: Allure of the Seas | Harmony of the Seas | Oasis of the Seas
„Radiance“-Klasse: Brilliance of the Seas | Jewel of the Seas | Radiance of the Seas | Serenade of the Seas
„Sovereign“-Klasse: Majesty of the Seas
„Vision“-Klasse: Enchantment of the Seas | Grandeur of the Seas | Legend of the Seas | Rhapsody of the Seas | Splendour of the Seas | Vision of the Seas
„Voyager“-Klasse: Adventure of the Seas | Explorer of the Seas | Mariner of the Seas | Navigator of the Seas | Voyager of the Seas
„Empress“-Klasse: Empress of the Seas

George Frederic Allen

George Frederic Allen (* 15. Februar 1837 in London; † 28. Februar 1929 in Masterton) war ein neuseeländischer Architekt.
Allen war Sohn des Architekten George Allen und seiner Frau Maria Day. Nach einer Ausbildung als Architekt und Vermesser fand er bei der Great Barrier Kauri Timber and Copper Mining Company in Neuseeland Anstellung. Er verließ am 5. April 1860 England und traf am 19. Juli in Auckland ein. Von hier reiste er weiter auf die Insel Great Barrier Island. Anderthalb Jahre später kehrte er verarmt nach Auckland zurück. Hier fand er einen Job als stellvertretender Schulleiter der Church of England Grammar School.
Allen begann mit seinem Partner J. O. Barnard als Architekt und Vermesser zu arbeiten. Der Sieg bei einem Entwurfswettbewerb für die Kirche St Matthew’s Church brachte ihnen ein Angebot des damaligen Premierministers William Fox ein, der sie als Distriktvermesser der Provinz Wellington anstellte. Allen zog im Juli 1862 nach Wellington, wurde aber bereits im November nach Wanganui versetzt, das für sein späteres Leben prägend werden sollte.
Seine in England verbliebene Verlobte, Caroline Frances Hanson, kam an Bord der Ganges nach Neuseeland nach und heirate ihn am 21. Oktober 1863 in der von ihm entworfenen St Matthew’s Church in Auckland. Aus dieser Verbindung gingen fünf Kinder, sechs Söhne und eine Tochter hervor. Zwei der Söhne starben bereits als Kleinkinder.
Nach mehr als drei Jahren im Staatsdienst machte sich Allen selbständig. Er arbeitete als Vermesser für Privatgrundstücke in Papaiti und plante ein neues Pfarrhaus. Wegen der durch die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Ureinwohnern der Region fehlender Aufträge gründete er eine Privatschule.
Vier Jahre lang war er Mitglied der Kolonialmiliz und nahm mit ihr an der Entsatzmission von Major C. C. Rookes für das von den Maori belagerte Pipiriki teil.
Allen widmete sich auch der christlichen Religion, Freimaurerei und Kirchenmusik. Er war Kirchendiener der Christ Church und entwarf für den Kirchenneubau 1866 das Mobiliar. Er war ein guter Organist, Flötist und Sänger und gründete den Kirchenchor. Er war Mitgründer, Dirigent und Solosänger der Wanganui Choral Society. Allen war ab 1866 Mitglied der Freimaurerloge Lodge Tongariro, später war er Kaplan und Chormeister der Lodge St Andrew Kilwinning. Er war Sekretär der Freiwilligen Feuerwehr von Wanganui.
1867 entwarf er für den befreundeten J. A. H. Burnett das Wohnhaus Trenton House in Oneida. Nachdem 1869 Frieden einkehrte, widmete sich Allen wieder ganz seinem Beruf. Er entwarf die St. Stephen’s Church in Marton
Im Rahmen umfangreicher Vermessungsarbeiten in den Tälern des Waitotara und des Wanganui River gelangte er bis zum Oberlauf des Flusses und erstieg den Mount Ruapehu, Mount Ngauruhoe und Mount Tongariro. 1894 wurden seine Beschreibungen der Reiseroute von Auckland über den Wanganui River nach Wellington als Willis’s guide book of new route for tourists veröffentlicht.
In den 1890er Jahren begann sich in der zentrale Nordinsel der Tourismus zu entwickeln. Allen legte ein Sommercamp auf halbem Wege der Postkutschenstrecke von Waiouru nach Taupo. Am Waihohonu Stream zwischen dem Mount Ruapehu und dem Mount Ngauruhoe gelegen, war es ein beliebter Zwischenstopp für die Durchreisenden. Allen bot geführte Touren in die Berge und Übernachtungsmöglichkeiten an.
Die Bürger von Wanganui ehrten ihm am 11. Oktober 1889 mit einer Geldbörse voll Sovereigns für seinen Dienst an der Allgemeinheit.
Seine Frau Caroline starb am 10. Januar 1903. Am 11. Februar 1907 heiratete Allen in der St Peter’s Church in Caversham in Dunedin die Witwe Sarah Alice Thomas (geb. Edmeades). Sie zogen nach Masterton. Allen starb hier am 28. Februar 1929 im Alter von 92 Jahren.

Nahunta

Brantley County
Nahunta ist eine Stadt im US-Bundesstaat Georgia. Sie befindet sich im Brantley County und ist dessen Verwaltungssitz.

Nahunta liegt zentral im Brantley County. Die Nachbarorte sind Hoboken, Waynesville und Patterson. Die nächste größere Stadt, Jacksonville, befindet sich etwa 105 Kilometer südöstlich, die Hauptstadt Georgias, Atlanta, etwa 423 Kilometer nordwestlich. Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 7,7 km².
Die Einwohnerzahl beträgt 930, davon 47,8 % Männer und 52,2 % Frauen (Stand: 2000). Im Vergleich zum Zensus 1990 ist die Bevölkerungszahl um 11,3 % zurückgegangen. Das Durchschnittsalter der Bürger von Nahunta beträgt 35,3 Jahre. 24,3 % der Einwohner sind Afroamerikaner und 74,3 % Weiße. Im Jahr 1999 betrug das durchschnittliche jährliche Pro-Kopf-Einkommen 12.790 Dollar, also deutlich unter dem US-Durchschnitt (21.587 Dollar). Etwa 30,1 % der Gesamtbevölkerung und 22 % der Familien leben unterhalb der Armutsgrenze. Damit ist der Anteil der Armen wesentlich höher als im Bundesdurchschnitt.
Nahunta verfügt über eine öffentliche High School sowie eine Primary- und eine Elementary-School.
Das historische Mumford-Haus ist im National Register of Historic Places verzeichnet.

Hirnkirchen

Hirnkirchen ist ein Kirchdorf im nördlichen Landkreis Freising. Der Ort liegt in der südlichen Hallertau im Tal der Abens, etwa 20 Kilometer nördlich der Kreisstadt Freising. Seit 1978 ist Hirnkirchen Ortsteil des Marktes Au i.d.Hallertau.
Das Dorf wird erstmals im Jahr 994 als Heripirgachiricha urkundlich erwähnt. Seit 1260 war Hirnkirchen Sitz einer geschlossenen Hofmark im Besitz der Auer. Im Jahr 1565 erwirbt die Herrschaft Au die Hofmark und die zugehörigen Güter vom damaligen Besitzer Sebastian von Kreitt zu Straß und Velden.
Im Zuge der Gemeindebildung nach dem Zweiten Gemeindeedikt entstand aus dem Patrimonialgericht Hirnkirchen 1818 eine selbständige Landgemeinde. Zur Gemeinde gehörten neben dem Kirchdorf auch die Ortsteile Kranzberg und Grubanger. Erst im 19. Jahrhundert entstand im Gemeindegebiet die Einöde Neuhub.
Mit der Gemeindegebietsreform verlor Hirnkirchen am 1. Januar 1971 den Status einer selbständigen Gemeinde und wurde in die neue Gemeinde Abens eingegliedert. Nach Auflösung dieser Gemeinde Hirnkirchen am 1. Mai 1978 ein Ortsteil von Au in der Hallertau.
Das Ortsbild wird geprägt von der katholischen Filialkirche St. Peter und Paul.
48.53694444444411.692222222222Koordinaten: 48° 32′ N, 11° 42′ O

Christian Schöne (Handballspieler)

Christian Schöne am 27. Dezember 2008
Stand: 17. Juli 2015
Christian Schöne (* 23. Februar 1981 in Halle (Saale)) ist ein ehemaliger deutscher Handballspieler. Sein letzter Verein war Frisch Auf Göppingen, seine Stammposition war Rechtsaußen. In der Bundesliga lief er mit der Rückennummer 7 auf, in der Nationalmannschaft mit der Nummer 20.

Christian Schöne absolvierte von 2000 bis 2003 eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Stadtsparkasse Magdeburg. Im Anschluss daran begann er ein Wirtschaftswissenschaftsstudium an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, welches er derzeit als Fernstudium weiterführt. Seit 24. Juni 2006 ist er verheiratet.
Für die Handball-WM 2009 in Kroatien wurde Schöne für den verletzten Christian Sprenger und den erkrankten Stefan Schröder noch während der Vorrunde nachnominiert.
Am 10. Juni 2009 warf Schöne beim 54:29-Sieg im EM-Qualifikationsspiel in Bulgarien 17 Tore. Damit überbot als erster Spieler die seit fast 40 Jahren bestehende Bestmarke von Hans-Günther Schmidt, der am 11. Dezember 1970 in einem Länderspiel gegen Jugoslawien 13 Treffer in einem Länderspiel für den DHB erzielt hatte.
Auch bei der Handball-EM 2010 in Österreich wurde er nachnominiert; er vertrat Stefan Schröder, der aufgrund eines erlittenen Trommelfellrisses bereits nach dem ersten Spiel abreisen musste.
Am 11. September 2011 gab sein Verein Frisch Auf Göppingen wenige Sekunden vor Anpfiff des Bundesligaspiels gegen die HSG Wetzlar (32:27 für Göppingen) bekannt, dass Schöne seinen Vertrag bis 2015 verlängert hat. Nach Vertragsende beendete er seine Karriere.

Alpinia

Echter Galgant oder Galgantwurzel (Alpinia officinarum), Illustration aus Koehler 1887
Alpinia ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Alpinioideae aus der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae), die zu den Einkeimblättrigen Pflanzen gehören. Mit etwa 230 Arten ist die Gattung die artenreichste in der Familie der Ingwergewächse.
Einige Arten werden als Gewürz- und Heilpflanzen vom Menschen genutzt. Viele Arten und Sorten werden als Zierpflanzen in tropischen Gärten und Parks verwendet.

Alpinia-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden kriechende, dicke Rhizome als Überdauerungsorgane. Es werden meist gutentwickelte „Pseudostämme“ gebildet aus meist vielen, selten nur ein bis vier Laubblättern. Die einfachen Blattspreiten sind länglich oder lanzettlich.
Die endständigen, traubigen, ährigen, rispigen Blütenstände enthalten im dichten bis gestreckten Abstand viele Blüten. Die knospigen Blütenstände werden meist von ein bis drei Hochblättern umhüllt. Jede Blüte steht meist über einem röhrenförmigen bis ausgebreiteten Deckblatt.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die drei Kelchblätter stehen meist röhrig zusammen, manchmal ist die Kelchröhre auf einer Seite gespalten. Drei Fruchtblätter sind zu einem dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Die Plazentation ist zentralwinkelständig. Das Labellum ist oft auffällig mit unterschiedlich gelappten oder glatten Rändern und ist meist länger als die Kronlappen. Manchmal fehlen Staubfäden. Die Narbe ist meist gut entwickelt.
Es werden meist kugelige, trockene oder fleischige Kapselfrüchte mit vielen Samen gebildet. Die oft kantigen Samen besitzen einen Arillus.
Alpinia-Arten werden hauptsächlich von Bienen bestäubt.
Die gültige Veröffentlichung der Gattung Alpinia erfolgte 1810 durch William Roxburgh in Asiatic Researches, 11, S. 350-352 mit der Typusart Alpinia galanga (L.) Willd. Der Gattungsname Alpinia ehrt den italienischen Botaniker Prospero Alpini (auch Prosper Alpinus geschrieben, 1553-1617). Synonyme für Alpinia Roxb. sind: Adelmeria Ridl., Albina Giseke, Buekia Giseke, Catimbium Juss., Cenolophon Blume, Elmeria Ridl., Eriolopha Ridl., Guillainia Vieill., Hellenia Willd., Hellwigia Warb., Heritiera Retz., Kolowratia C.Presl, Languas J.Koenig ex Small, Martensia Giseke, Odontychium K.Schum., Strobidia Miq., Zerumbet J.C.Wendl. Alpinia Roxb. wurde durch Vienna ICBN Art. 14.10 & App. III konserviert gegenüber dem älteren Homonym (Vienna ICBN Art. 53) Alpinia L. veröffentlicht 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 2 mit der Typusart Alpinia racemosa L., deren gültiger Name aber Renealmia pyramidalis (Lam.) Maas ist; außerdem ist dieser Name Alpinia Roxb. konserviert gegenüber den Namen Albina Giseke, Buekia Giseke und Zerumbet J.C.Wendl.
Die Gattung Alpinia Roxb. enthält etwa 230 Arten. Diese Gattung ist nicht monophyletisch und wird also in nächster Zeit in mehrere Gattung aufgegliedert werden. Die Gattung Alpinia gehört zur Tribus Alpinieae in der Unterfamilie der Alpinioideae innerhalb der Familie der Zingiberaceae.
Alpinia-Arten haben einen Verbreitungsschwerpunkt im indonesischen Archipel und im tropischen Australien. Arten kommen auch in weiten Teilen des tropischen asiatischen Kontinents vor.
Die Gattung wird in zwei Untergattungen und elf Sektionen gegliedert:
Die Gattung Alpinia Roxb. enthält etwa 230 Arten:
Die Sorten einiger Arten, beispielsweise Thai-Ingwer (Alpinia galanga), Australische Blaue Alpinie (Alpinia caerulea), Rosa Zapfen-Alpinie, Rote Alpinie oder Roter Ingwer (Alpinia purpurata), Muschelingwer oder Muschel-Alpinie (Alpinia zerumbet) werden als Zierpflanzen in subtropischen bis tropischen Parks sowie Gärten genutzt und auch als haltbare Schnittblumen verwendet.

Madame Butterfly (Erzählung)

Madame Butterfly ist eine Kurzgeschichte des US-amerikanischen Schriftstellers John Luther Long.

Als Vorlage für Longs Kurzgeschichte diente eine Erzählung über ein Teehaus-Mädchen namens „Cho-san“, die Sarah Jane Correll während ihres Japanaufenthalts seitens ihres „usual shopkeepers“ in Nagasaki erzählt und ihrem Bruder, dem amerikanischen Anwalt und Schriftsteller John Luther Long zunächst in einem Brief und dann bei Corrells Rückkehr in Philadelphia im Jahre 1897 persönlich mitgeteilt wurde: »While living in Nagasaki, Jennie heard of the event that would later become the story of Madame Butterfly. At the time of her return to Philadelphia in 1897, Jennie talked about it to her brother John Luther Long […] From Japan Jennie sent letters to her brother […]. During her stay at his house, Jennie told John Luther Long the story of the „teahouse-girl“ whom she called Cho-san [sic].«
Long wollte bei seiner literarischen Arbeit mit Hilfe der – seiner Ansicht nach – zuverlässigen Quellen seiner Schwester ein authentisches und überzeugendes Erzählkonstrukt und keine fiktive Komposition schaffen.
Nach der Veröffentlichung von Longs überarbeiteter Fassung gab Correll 1931 einige Lesungen, bei denen sie dieselbe Geschichte vorgetragen haben soll, die sie bereits ihrem Bruder mitgeteilt hatte. Für den Zeitraum zwischen Corrells Rückkehr im Jahre 1897 und ihren Lesungen im Jahre 1931 in Tokio existieren drei Versionen dieser Erzählung, die dort auch veröffentlicht worden sind. Ein Artikel erschien am 13. März 1931 in der japanisch-sprachigen Tageszeitung Jiji Shimpō. In der Japan Times und im Japan Magazine folgten zwei weitere Artikel, wobei letzterer die revidierte Fassung des Artikels vom 15. März 1931 ist, die Sarah Jane Correll persönlich vorgenommen und veröffentlicht hatte. Der folgende Auszug ist die gedruckte Version im Japan Magazine: „»On the hill opposite ours lived a tea-house girl; her name was Cho-san [sic]. Miss Butterfly. She was so sweet and delicate that everyone was in love with her. In time we learned that she had a lover. That was not so strange, for all tea-house girls have lovers, if they can get and hold them. Cho-san’s young man was quite nice, but very temperamental, of moody, lonely disposition. One evening there was quite a sensation when it was learned that poor Cho-san, and her baby, had been deserted. The man had promised to return at a certain time; had even arranged a signal so that Cho-san would know when his ship had come in; but the little girl-wife awaited that signal in vain. Many an hour and many a long night did she peer from her shoji over the lovely harbour, but to no purpose: he never returned.«“
John Luther Long verfasste am 27. August 1903 auf Bitten seines Verlags ein Vorwort, das Informationen zur Genese und Verbreitung der Kurzgeschichte Madame Butterfly sowie deren emotionale Ansprache und Bearbeitung zum einen als Theaterstück durch den amerikanischen Bühnenautor und Regisseur David Belasco und zum anderen als Oper durch den italienischen Opernkomponisten Giacomo Puccini beinhalten sollte. Longs als „Präludium“ bezeichnetes Vorwort fand bei der Leserschaft keinen Anklang und er forderte die Leser auf es zu ignorieren und sich über die Kurzgeschichte eine eigene Meinung zu bilden. Eine Mehrzahl der Leserschaft brachte für die Protagonistin Madame Butterfly tatsächlich Sympathie, ja sogar Mitleid auf. Auf die Frage der Leserschaft, ob der Autor für seine Erzählfigur Cho-Cho-San selbst Gefühle aufbringen könne, antwortete er, dass seine Gefühlsregungen in der chronologischen Abfolge im Vergleich zu den Emotionen der Protagonistin in der Erzählung, entgegengesetzt gewesen wären . Laut Long habe sich aber der emotionale Zustand der Hauptfigur von Leserschaft zu Leserschaft progressiv verstärkt.
Im Hinblick auf die Genese der Kurzgeschichte trifft John Luther Long im Vorwort keinerlei Aussage. Die Entstehung der Erzählung versucht er auf neurologische Vorgänge und religionsphilosophische Thesen zurückzuführen. Zur Stilistik der Kurzgeschichte und Wirkung der Protagonistin nimmt Long Stellung. Zunächst sieht der Autor in Madame Butterfly eine literarische „Wiedergeburt“ der Erzählfigur Cho-Cho-San, die man als humanes Geschöpf mit Fehlern zu akzeptieren hat und nicht als vollkommene Heldenfigur, wie andere Schriftsteller und Leser sie sich gerne vorgestellt hätten. John Luther Long bekennt sich offen zu den seit Beginn existenten „literarischen Fehlern“ in Madame Butterfly.
Der amerikanische Marineoffizier Leutnant Benjamin Franklin Pinkerton wird zusammen mit seinem Kameraden Sayre bei Nagasaki stationiert. Auf dem Deck des Kriegsschiffes diskutieren die Offiziere aus Mangel an sexuellem Vergnügen über die in Japan existierende Institution der „Zeitehe“, die Pinkerton auf Sayres Ratschlag hin bei Ankunft in Anspruch zu nehmen beabsichtigt.
In Nagasaki: Cho-Cho-San, eine Samuraitochter, wird als Kind von ihrer Großmutter an ein Teehaus verkauft, da die Familie durch die Suizidtat des Familienoberhauptes und Samurai-Kriegers, der nach der Niederlage des Satsuma-Aufstands aufgrund des Ehrverlustes hara-wo-kiri begangen hatte, in Armut geraten ist. Durch den Verkauf des Kindes erhofft die Familie ihre finanzielle Misere zu beheben. Das Mädchen muss mit der Anstellung ihre alte Identität ablegen, sie erhält den Rufnamen Madame Butterfly und steht von nun an im Dienste des Teehauses.
In Nagasaki lässt sich Pinkerton mit Hilfe des Nakodo [=jap. Heiratsvermittler] Goro, der Geschäftsverbindungen zu Tee- und Vermittlungshäusern unterhält, an eine potentielle Kandidatin vermitteln. Goro wählt ob Madame Butterflys Schönheit für seinen amerikanischen Klienten aus und trifft die nötigen Vorbereitungsmaßnahmen für die Hochzeit. Zwischen den Parteien Pinkerton und Goro wird nicht nur ein Ehevertrag, sondern auch, durch die Beschaffung der Wohnung, ein unbefristeter Mietvertrag abgeschlossen, der bei einem bloßen Mietverzug zum Monatsende sofort annulliert werden würde. Um seine realen Absichten bezüglich der Institution „Zeitehe“ zu verdecken, gibt Pinkerton Madame Butterfly vor, die Ehe sei nach amerikanischem Recht vollzogen worden und verschweigt ihr die Kündigungsoption jeweils zum Monatsende.
Mit dem Einzug in den gemeinsamen Haushalt beginnen die Maßnahmen des Amerikaners: Madame Butterflys japanische Familie wird ausgeschlossen, indem Schlösser in und an der Wohnung angebracht werden. An die Japanerin werden folgende Forderungen gestellt:
Pinkertons inhumaner Umgang mit seiner Frau veranlasst die japanische Familie schließlich dem Amerikaner einen Besuch abzustatten, um ihn auf seine „Erziehungsmethoden“ aufmerksam zu machen. Die Familie wird bei diesem Besuch seitens des Offiziers mit Alkohol und Tabak mit Erfolg beeinflusst und Butterflys Familienangehörige auf seine Seite gezogen.
In der Hochzeitsnacht zeugt Pinkerton mit seiner „Mietfrau“ ein Kind. Die Ehe hält nur kurz. Bei Pinkertons Abreise in die Vereinigten Staaten gibt der Amerikaner das Versprechen, zurückzukehren „wenn die Rotkehlchen wieder brüten“. Die Japanerin nimmt sein Versprechen ernst, weil sie sich ein zukünftiges Leben mit Pinkerton in Amerika erhofft. Der Offizier hinterlässt bei seiner Abreise Geld, damit die Miete weiterhin bezahlt werden kann, die Scheidung reicht er nicht ein.
Nach Pinkertons Abreise bringt Madame Butterfly einen Sohn zur Welt, der zunächst „Trouble“, aber bei der Rückkehr seines Vaters „Joy“ heißen soll. Es sind inzwischen einige Jahre vergangen und Madame Butterfly und ihr Hausmädchen Suzuki stellen fest, dass das Geld für die Miete nicht mehr ausreicht. Suzuki zweifelt an der Rückkehr Pinkertons, Madame Butterfly hingegen hält an dessen Versprechen fest und schildert dem Hausmädchen ihre Visionen von Pinkertons Rückkehr. Auch der Nakodo, der von der Abreise des Offiziers erfahren hat und diese als Scheidungsabsicht interpretiert, glaubt nicht an Pinkertons Rückkehr. Stattdessen sieht er die Möglichkeit, Madame Butterfly an einen seiner neuen Klienten zu vermitteln: den japanischen Prinzen Yamadori Okyo. Goro stattet daher der Asiatin einen Besuch ab, um einen Termin für eine „Begutachtung“ zu vereinbaren. Bei diesem Besuch, bei dem der Nakodo zum ersten Mal Madame Butterflys Kind sieht, wird die Legitimität der „Zeitehe“ erörtert.
Es kommt zum Treffen zwischen dem Prinzen und Madame Butterfly. Mit Geschenken versucht Yamadori vergebens, die Japanerin, die sich für eine „echte Amerikanerin“ hält, zur Annahme seines Heiratsantrages zu motivieren. Selbst die von ihm unternommene Degradierung des Kindes ändert nichts an ihrer Ablehnung.
Die drei Besuche, die Madame Butterfly im Anschluss dem amerikanischen Konsul Sharpless abstattet (die sogenannten „Konsulatsbesuche“), erfolgen im Kontext der interkulturellen Ehe: mit gezielten Fragen hofft die Protagonistin nämlich, die Zweifel ihrer Landsleute (Suzuki, Goro und Yamadori) beseitigen zu können. Doch aufgrund der Schilderungen schließt der Konsul, dass der Offizier Madame Butterfly für seine egoistischen Absichten benutzt hatte. Sharpless rät Madame Butterfly daher, den Heiratsantrag des Prinzen Yamadori „zu ihrem Gunsten“ anzunehmen. Aber weil der Konsul die Asiatin von Pinkertons Rückkehr bereits in Kenntnis gesetzt hat, sieht sie darin den letzten Funken Hoffnung auf eine Rückkehr und trifft mit dem Hausmädchen Suzuki die erforderlichen Vorbereitungsmaßnahmen. Und tatsächlich kann sie mit dem Fernglas beobachten, wie das Kriegsschiff in den Hafen einläuft; die Ankunft des Offiziers tritt zunächst jedoch nicht ein. Erst durch einen Zufall erblickt Madame Butterfly einige Tage später ihren Mann zusammen mit einer blonden Frau auf einem Passagierdampfer.
Die Japanerin stattet dem Konsul ein letztes Mal einen Besuch ab, um eine Erklärung für diesen Vorfall einzuholen. Im Konsulat überreicht ihr Sharpless in Pinkertons Auftrag einen Geldumschlag mit Grußworten. Der Konsul erinnert sie dabei an ihre einstige Bitte, den sie bei ihrem damaligen Besuch in Gegenwart des Konsuls ursprünglich als Witz formuliert hatte, Pinkerton von ihrer Absicht zu erzählen, dass sie mit dem Kind fortgegangen sei, um den Prinzen Yamadori zu heiraten. Madame Butterflys Bitte gebraucht der amerikanische Konsul Sharpless nun als Notlüge: er gibt vor, er hätte Pinkerton bei seiner Ankunft die Bitte der Japanerin mitgeteilt, worauf der Offizier Japan wutentbrannt verlassen hätte. Um diese Lüge der Asiatin überzeugend zu vermitteln, zeigt Sharpless auf die Unterlagen auf seinem Schreibtisch und versucht Madame Butterfly glaubhaft zu machen, dass diese von ihm verfasst worden seien. Die Protagonistin hat jedoch die Lüge des Konsuls durchschaut.
In diesem Augenblick tritt Pinkertons Frau Adelaide ein, um ihrem Mann ein Telegramm zu schicken; Inhalt des Telegramms: sie hat bereits das Kind zusammen mit dem Hausmädchen Suzuki getroffen, Madame Butterfly jedoch nicht. Sie werde aber am nächsten Tag der Japanerin einen Besuch abstatten. Es kommt zu einer Begegnung zwischen den beiden Frauen, bei der Adelaide (Pinkertons amerikanische Neuvermählte) der Asiatin verzeiht, dass sich die amerikanischen Männer ihres Berufes wegen in sie verlieben. Adelaide tituliert die Japanerin daher als „Spielzeug“.
Madame Butterfly verlässt daraufhin das Konsulat und plant – wie einst ihr Vater – ihren Selbstmord aus Motiv des Ehrverlustes. Am Hals setzt sie den Dolch des einstigen Samuraikriegers an. Suzuki, das Hausmädchen hatte bereits die Selbstmordabsicht ihrer Herrin geahnt und schubst daher das Kind in den Raum. Das Geschrei des Kindes hält die Japanerin schließlich von ihrer Tat ab; die Wunde wird sofort von Suzuki versorgt. Als Adelaide am nächsten Morgen Madame Butterfly einen Besuch abstatten will, findet sie das Haus leer vor.

Antoniano

Der Antoniano dei Frati Minori aus Bologna (Italien) ist eine Institution, die sich der weltweiten Solidarität, Unterhaltungskultur und sozialer Kommunikation ohne Ansehen von Nationalität, Religion, Geschlecht, Sprache und Rasse widmet. Gegründet wurde die Institution im Jahre 1953 von den Franziskaner-Minoriten Padre Gabriele Adani, Padre Ernesto Caroli, Padre Benedetto Dalmastri und Padre Berardo Rossi.

Die ursprünglichen Initiativen waren eine Armenküche, die Accademia d’Arte Drammatica (Akademie für dramatische Kunst) sowie das Filmtheater. Seit den 1960er Jahren besteht das Wirken auch durch Fernseh- und Musikproduktionen wie dem international bekannten Zecchino d’Oro, den der Antoniano organisiert, produziert und mit seinem 1963 gegründeten Piccolo Coro dell’Antoniano, einem weltweit bekannten italienischen Kinderchor, unterstützt.
Am 20. September 2006 wurde der Antoniano sowohl für seine wohltätigen Aktivitäten als auch für seine Gesundheits- und Sozialfürsorge als „gemeinnützige Organisation ohne Gewinnabsichten“ (italienisch: Organizzazione non lucrativa di utilità sociale – ONLUS) anerkannt.
Das Wirken der gemeinnützigen Organisation Antoniano-ONLUS besteht hauptsächlich aus den folgenden Initiativen:
Der derzeitige Direktor ist Padre Alessandro Caspoli.

Masquerade (Album)

Besetzung
Masquerade erschien als neuntes Studioalbum der deutschen Heavy-Metal-Band Running Wild im Oktober 1995. Es bildet den Auftakt einer lose zusammenhängenden Trilogie über das Thema „Gut und Böse“. Außerdem ist es das erste Album der Band, das in derselben Besetzung wie sein Vorgänger aufgenommen wurde.

Die Aufnahmen fanden erneut im Horus Sound Studio in Hannover statt, diesmal wurden die Aufnahmen aber von Gerhard Wölfle gemischt. Ebenso fanden die Schlagzeugaufnahmen im Vox Studio in Bendestorf statt.
Auch bei der Gestaltung des Coverartworks wurde auf den bewährten Andreas Marschall zurückgegriffen. Das Cover präsentiert dem Albentitel entsprechend einen Politiker, einen Geistlichen und einen Offizier, die auf einem runden Tisch in einem Ritual ein humanoides Wesen erschaffen und dabei ihre Gesichter hinter Masken verborgen haben.
Das Album wurde am 30. Oktober 1995 über das Plattenlabel Noise Records veröffentlicht. Es war die letzte Zusammenarbeit mit dem traditionsreichen Label, anschließend unterzeichneten Running Wild bei GUN Records. 1999 erschien aber über Noise noch eine Neuauflage, auf der als Bonusmaterial die beiden auf dem „Death Metal“-Sampler von 1983 veröffentlichten Lieder.
Es erschienen außerdem zwei spezielle Sonderausgaben des Albums, die beide in einem Holzkasten geliefert wurden. Bei einer Fassung waren eine Flagge mit dem Bandlogo, ein Video, ein erweitertes Booklet und eine Flasche „Captain Morgan“-Rum enthalten; die andere Sonderausgabe kam ohne diese Extras aus. Außerdem erschienen limitierte Auflagen von LPs und MCs.
Zu diesem Album absolvierte die Band im Januar 1996 eine Tournee mit zehn Konzerten in Deutschland und einem in der Schweiz. Anschließend legte die Band eine Pause ein, um Ideen für das folgende Album zu sammeln.
Neuauflage 1999:
Alle Lieder und Texte des regulären Albums wurden von Rock ’n‘ Rolf geschrieben. Lediglich der Bonustrack Iron Heads wurde von Gerhard Warnecke komponiert.
Erneut ernteten Running Wild für das Album gute Kritiken, aber es wurde auch der kreative Stillstand kritisiert:
„’Ne neue Scheibe von Running Wild zu besprechen ist in etwa so interessant wie ein Rendezvous mit ’ner Dauerflamme: Alles ganz nett, aber nicht mehr sonderlich aufregend. […] Auf einen Nenner gebracht: Das Tempo wurde erhöht, das Album ist kompakt, weist aber vergleichsweise wenig Überraschungsmomente auf. […] Die knappen neun Punkte sind im Vergleich zur Genre-Konkurrenz dennoch verdient […].“
In kommerzieller Hinsicht konnte das Album mit seinem Vorgänger gleichziehen und erreichte in den deutschen Albencharts ebenfalls maximal Platz 54, wobei es sich 14 Wochen in den Top 100 platzieren konnte.
Auf der 2003 erschienenen Best-of-Zusammenstellung „20 Years in History“ war „Masquerade“ mit den Liedern „Lions of the Sea“ und „Black Soul“ vertreten. Langfristig im Liveprogramm konnten sich die Stücke des Albums aber nicht halten.
Gates to Purgatory • Branded and Exiled • Under Jolly Roger • Port Royal • Death or Glory • Blazon Stone • Pile of Skulls • Black Hand Inn • Masquerade • The Rivalry • Victory • The Brotherhood • Rogues en Vogue • Shadowmaker • Resilient
Ready for Boarding • Live • The Final Jolly Roger
The First Years of Piracy • The Story of Jolly Roger • The Legendary Tales • 20 Years in History • Best of Adrian

Pocketfilm

Pocket-Kassettenfilm (Typ 110), kurz Pocketfilm, war ein fotografischer Film, der 1972 von Kodak vorgestellt und in Pocketkameras verwendet wurde.

1963 stellte Kodak mit dem System Instamatic eine Filmkassette vor, die sich leicht einlegen ließ und dadurch auch technisch ungeschickte Interessenten ansprach. Das gleiche Konzept übernahm man neun Jahre später für den 16-mm-Film, hier bestand sogar noch ein größerer Bedarf, da dieser Film bislang nur auf offenen Spulen aufgerollt zu bekommen war.
Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Minox ein winziges Kassettenformat für die 8×11-Kameras entwickelt.
Die Pocketkassette entspricht in ihrem Konzept exakt der großen Instamatic-Kassette, Kodak hat den Begriff „Instamatic“ auch im Zusammenhang mit den Pocketkameras verwendet. So geschieht der Filmtransport über ein von der Kamera eingreifendes Zahnrad, gibt es ein Zählwerkfenster und kann man durch ein Plexiglas in der Kamerawand auch den eingelegten Filmtyp erkennen. Auch existiert nur eine Perforation von einem Loch pro Bild, was als einfache Transportsteuerung dient. Eine kameraseitige Filmandruckplatte gibt es nicht, allerdings bereitet die Planlage bei einem derart kleinen Format kaum Probleme, zumal die zugehörigen Objektive eine geringe Brennweite und somit eine große Schärfentiefe aufweisen.
Das Negativformat beträgt etwa 13 mm × 17 mm (wurde aber nicht von allen Kameraherstellern ausgenutzt), was eine Fläche von 220 mm² ergibt, etwa ein Viertel jener des 35-mm-Kleinbildfilms. Damit lassen sich problemlos Vergrößerungen von 13 cm × 18 cm anfertigen, womit es für normale Zwecke vollkommen ausreicht. Der Minox-Kleinstbildfilm ist mit 40 Prozent der Fläche des Pocketfilms nochmals kleiner.
Im Unterschied zum großen Instamatic- ist die Filmempfindlichkeit des Pocketfilms kodiert, allerdings nur in zwei Stufen: Die Kassette besitzt an der Seite eine Leiste, die bei hochempfindlichen Filmen etwa 7 mm, bei niedrig- bis mittelempfindlichen Filmen nur etwa 2,5 mm gekürzt ist. Höherwertige Pocketkameras, beispielsweise die Rollei A 110, können so die Belichtung automatisch an die Filmempfindlichkeit anpassen, alle anderen können keinen hochempfindlichen Film korrekt belichten. Niedrig- bis mittelempfindlich bedeutet dabei 64 bis 200 ASA, hochempfindlich 320 bis 400 ASA, wobei der exakte, von der Kamera verwendete Wert von ihrer Justage im Werk abhängt.
Problematisch war weiterhin, dass Kodak für seinen 400 ASA-Film eine Kassette verwendete, die für niedrig- bis normalempfindlichen Film kodiert war (Stichwort: film speed setting). Dieses führte bei präziser Blende und Verschlusszeit zur Überbelichtung des Films. Durch das Entfernen von etwas Material an der Leiste konnte die Kassette aber relativ leicht so modifiziert werden, dass sie als hochempfindlicher Pocketfilm erkannt wurde.
Der 200-ASA-Film von Ferrania war ebenfalls als niedrig- bis normalempfindlicher Film kodiert und wurde bei manchen Kameras deshalb ein wenig überbelichtet. Negativfilme besitzen aber einen guten Belichtungsspielraum, so dass dies kaum auffiel. Abhilfe über die Manipulation der Filmkodierung ist hier nicht möglich.
Der Pocket-Film war bis in die 90er Jahre auch als Dia- und Schwarzweißfilm erhältlich, diese Spezialsorten kaufte aber kaum jemand. Als Farbnegativfilm hingegen wurde er überall dort, wo es Filme zu kaufen gab, selbstverständlich bereitgehalten. Im Herbst 2007 war er schwer zu beschaffen und nur noch als Farbnegativfilm erhältlich. Hersteller waren Ferrania in Italien (200 ASA-Film), Fuji in Japan (200 ASA-Film) und Kodak in den USA (400 ASA-Film). Im Zeitraum 2008–2009 stellten diese drei Firmen die Produktion von 110er-Filmen ein. Im Herbst 2011 erwog Adox (Deutschland), neue 110er-Filme herzustellen. Im Mai 2012 erweckte die Lomographic Society International den 110er Film vorläufig als Schwarzweißfilm (Lomography Orca 110 B&W Film) wieder zum Leben. Dieser besitzt allerdings laut Lomography kein Schutzpapier, was bedeutet, dass jedes geschossene Foto mitgezählt werden muss, da das Rad in der Filmkassette nicht stoppt, wenn der Film zu Ende ist. Außerdem kann es bei den letzten vier Frames zu sogenannten Lichtlecks kommen. Im Juli 2012 wurde mit dem Lomography Color Tiger 110 auch ein Farbfilm vorgestellt.
Bessere Kameras mit Pocketfilm waren, da klein und leicht, lange Zeit für Handtaschen, aber auch als Urlaubs- und „Immer dabei“-Kameras gedacht. Zusammen mit Block und Bleistift und neuem Film, in kompakter Verpackung zusammengefasst, wurden sie zudem zeitweise für die Mitführung im Auto als Unfallkamera verkauft.
Wegen seiner geringen Größe fand man den Pocketfilm recht häufig bei Kameras mit unsachlich-humorvollem Äußerem, wie Werbegeschenken. Die dann eher einfachen Kameras waren hierbei in einem Gehäuse in beliebiger Fußball-, Getränkedosen- oder Spielzeugform eingebaut.
Von der Lomographischen AG wurde die „Smiley Cam“ vermarktet. Basierend auf dem Prinzip der Camera obscura war dem Pocketfilm ein Klebestreifen mit einem Loch als Fixobjektiv angeklebt.
Minimalkameras anderer Hersteller umfaßten kaum mehr als eine Linse, die an einen handelsüblichen Pocketfilm geklammert wurde. Ein einfacher Verschluss, eine Möglichkeit zum Filmtransport und ein Kimme-Korn-Rahmen-Aufklappvisier ergänzten die Plastikkamera, die kleiner ist als die Filmpatrone.
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